Sonntag, 18. Februar 2024

Nächstes Mal auf Asche - International - Schifflange 95 - Victoria Rosport

Am vergangenen Wochenende bescherte uns ein Ausflug nach Luxemburg den, beschämend vernachlässigten, Länderpunkt in der dortigen nationalen Liga.


Schifflange liegt etwa 18 Auto-Minuten von Luxemburg Stadt entfernt. Irgendwas zwischen Industriestadt und Naherholungsgebiet in der Gemeinde Schifflingen oder so. Klingt zwar alles nach Herr der Ringe – hat aber überhaupt gar nix damit zu tun☝️.


Das Stade Rue Denis Netgen besitzt ein Fassungsvermögen von 3100 Plätzen. Eine schöne, etwas abgerockte Tribüne an der einen Längsseite des Grüns und mehrstufige Stehtraversen an der Gegenseite, bieten die oben angegebene Anzahl an Plätzen. 




Der 1995 durch eine Fusion gegründete Verein Schifflange 95 ist nach einer langen Talfahrt bis in die vierte Liga, seit dieser Saison wieder in der höchsten Spielklasse Luxemburgs angekommen. 


Die Gäste aus Rosport hingegen haben ein wenig mehr Erfolge vorzuweisen. 2005 nahm das Team sogar im UI-Cup (kennt den noch wer?) an der ersten Runde teil. Gegen Göteborg setzte es allerdings recht zügig, nach zwei Niederlagen, den internationalen Schlusspunkt. 


Zum Spiel:

Platzverhältnisse, die wir so noch nicht gesehen haben. Ok, nach 3 Tagen Regen beim Jera on Air Festival vielleicht. Da spielt nur niemand nüchtern Fußball. An der Seitenlinie, wo die Ersatzbänke stehen, waren Gummistiefel mehr als angebracht. Überhaupt blieb der Ball mehr als einmal einfach im Schlamm stecken. In Deutschland wäre das Spiel nicht mal in der Kreisliga angepfiffen worden. 


Die beiden Mannschaften machten allerdings das Beste draus und lieferten eine ansehnliche Partie/Schlammschlacht ab. Schifflange legt eine starke erste Halbzeit hin und geht verdientermaßen mit 2:0 in die Pause. Da Rosport nie ins Spiel kam, war für die meisten der 200 Anwesenden (um ehrlich zu sein, waren es unserer Wahrnehmung nach ca. 3-400 Zuschauer*innen). 


Das Donnerwetter in der Rosport Kabine musste amtlich gewesen sein, denn eine komplett veränderte Mannschaft betritt zur zweiten Halbzeit den Platz. In der 60. Minute fällt der Anschlusstreffer. In der 66. Minute der Ausgleich. Danach ist Feuer drin. Doch einen Sieger gibt es bei den Mud Masters nicht mehr. 2:2 - Feierabend! 


Ein schöner Ausflug! Schade: Zeitgleich waren alte Bekannte vom glorreichen FCS aus dem Saarland auch anwesend, jedoch sind wir uns - trotz der geringen Anzahl an Fans - nicht über die Füße gestolpert. Wir geloben Besserung und sagen beim nächsten Besuch Bescheid!


Schönen Sonntag, ihr Pflegefälle!

Freitag, 16. Februar 2024

Auf die Ohren - Wonk Unit & Stranded - "Bla" Bonn

[English version below]

Inmitten der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn liegt das „Bla“. Ein kleiner, schöner, zeckiger Schuppen, welcher immer wieder auf der Bucketlist stand, jedoch nie besucht wurde. Am vergangenen Sonntag war’s allerdings so weit. 

Wonk Unit und Stranded baten zur Matinee. Einziger Vorwurf, den man dem Bla machen könnte: Eine Matinee-Show ist nachmittags und endet selten um 21h abends 😅. Ansonsten ist das Bla absolut empfehlenswert! Gute Bierauswahl – Gute Preise – Nettes Personal! Mehr braucht es nicht.


Als erstes bestiegen Stranded (Post Punk/Köln) die Bühne. 

Als Einheizer fast schon zu schade, denn bei deren Sound fühlt man sich in den britischen Underground, in dunkle Kellerbars in East Ham, oder in einen klassischen Londoner Gangster-Streifen versetzt. Die Kölner Musiker haben das Publikum definitiv abgeholt. Abzüge gibt es für den Abschluss mit Warsaw(Joy Division). Das sollten Bands machen, die sich noch nicht gefunden haben. Die Kölner Jungs haben aber genug eigenen guten Sound im Repertoire, da braucht es kein Joy Division.

Tipp: Stranded – Future Days[Again]


Dann Wonk Unit:

Was für ein Brett! Ein völlig wahnsinniger Sänger auf der Bühne, daneben exzellente Musiker*innen aus London, ein fantastischer Punk-Sound. Perfektes Konzert. Ok, ein bisschen weniger hätte zwischen den Pausen gelabert werden können. Aber #irgendwasistjaimmer. Nach 3 Songs steht fest: Die schaut man sich definitiv nochmal an. Auszumachen ist die Begeisterung auch am anwesenden Publikum. Niemand verlässt trotz stark ansteigender Temperaturen die Sauna! Kaum wer geht rauchen oder quatscht vor dem Laden. Da sei es allen verziehen, dass diese Matinee erst spät am Abend endet, denn gelohnt hat es sich definitiv!

Samstag, 10. Februar 2024

Nächstes Mal auf Asche - International - KRC Genk - Union Saint-Gilloise

Am vergangenen Samstag standen aufgrund zeitlicher Kausalitäten leider wenig Spiele zur Auswahl. Das nächstgelegene war Genk - Union Saint-Gilloise, oder der Tabellenerste gegen den Sechsten der belgischen Ersten Liga. Also doch Profifußball. 1,5 Stunden später saß man dann, mit bester Sicht auf das Spielfeld und beide Kurven, im Oberrang des Genk-Stadions. Saint-Gilloise rückte mit etwa 500 Gästefans an, der Rest des Stadions war fest in blau-weißer Hand. 

Stimmungsmäßig ausbaufähig. Wenn Genk wollte und die Hintertor-Tribüne mitzog, wurde es beachtlich laut. Auf der Gegenseite tatsächlich 90 Minuten Dauersupport, allerdings wie erwähnt mit ca. 500 Anwesenden. 


Die Parkplatz-Situation in Genk ist in etwa so „gut“ wie die Parkplatz-Situation beim VfB Hilden. „Parken Sie bitte irgendwo, wo frei ist!“ - „Wo ist denn frei?“ - „Vielleicht dort hinten in den Siedlungen!“

Aha!


Zum Spiel:

Ein ordentlicher Kick, bei dem es teilweise auch recht robust zuging. Objektiv betrachtet war Saint-Gilloise wohl das bessere Team. Dennoch ging es nach einer ansehnlichen ersten Hälfte mit einem 0:0 zum Pausentee. 


Pausenbeschallung: Hardstyle – wie immer. Wir fragen uns ernsthaft, ob das mittlerweile ein Running Gag ist. Den Rotz hört doch niemand ernsthaft 😅. 


In der zweiten Halbzeit legten beide Teams nochmal eine Schippe drauf. Dies hatte zur Folge, dass in der 67. Minute das 1:0 für die Gäste fällt. Danach wirft Genk alles in die Waagschale! Jedoch bleibt jeder Angriff erfolglos. Nicht zuletzt der recht parteiische Unparteiische scheint seinen Teil zum Gästesieg beitragen zu wollen. Den Unmut aller Genk Fans zog er jedenfalls nach Spielschluss auf sich. Ein amtliches Feuerwerk an Bierbechern erreichte den Innenraum des Stadions, verfehlte den Schiri jedoch um Längen. 

Auf den Rückweg machten wir uns selbstverständlich nicht, ohne einen Stop an der Frituur zu machen. Das sollte verheerende Folgen für eine Person unserer Besatzung nach sich ziehen. Sagen wir mal so…. Mayonnaise ist nicht ewig haltbar. Kurz nach Ankunft zu Hause, äußerte sich dies natürlich in Form einer amtlichen Lebensmittelvergiftung. 


Groundhopping - ein Leben am Limit!

Dienstag, 6. Februar 2024

Nächstes Mal auf Asche - International - VVV Venlo - Jong FC Eindhoven

[English version below!]

Die Woche steckte uns allen in Knochen und so versammelte sich freitagabends ein beachtlicher Haufen an Groundhopping-Interessierten aus unserem Kreise vor dem Stadion De Koel in Venlo. Wir haben zwar bereits über den VVV berichtet, aber das heutige Spiel hatte es in sich.

Kurz nachdem wir uns mit Eintrittskarten versorgt hatten, ging es nach einer Ehrenrunde über das Techno-Festzelt auf dem Vorplatz, durch den berühmten Stadiontunnel ins Stadion selbst.


Es ist immer wieder ein Erlebnis, wenn man nach dem Tunnel den Rasen erreicht und quasi direkt am Platz steht. Da die Wetterprognose auf „trocken“ stand, nahmen wir auf dem nicht überdachten Teil der Haupttribüne unsere Plätze ein.

Es galt, gegen den Nachwuchs vom PSV Eindhoven anzutreten. Gästefans: 0. 

Dies tat der Stimmung im Heimbereich jedoch keinen Abbruch. Über die gesamten 90 Minuten lieferte die Hintertor-Tribüne akustische Unterhaltung. Einziger Minuspunkt an diesem Abend:

Zum wiederholten Male ist mir mein Kaassoufflé kalt überreicht worden. Also wirklich so kalt, dass ich mir nicht sicher war, ob es nicht einfach aus der TK unfrittiert ins Broodje gelegt und mal kurz an die Heizung gehalten wurde. Ich verstehe es nicht … ich meine, es ist frittierter Käse. Das ist nun wahrlich keine Raketenwissenschaft.


Zum Spiel:

Die knapp 5000 Anwesenden sahen ein klasse Spiel! 

Die in schwarz-gelb gekleideten Venloer legten los wie die Feuerwehr. Die ersten paar Minuten ergaben sofort 3-4 Anläufe über die rechte Außenbahn. Es dauerte exakt 7 Minuten an diesem Abend und der Ball zappelte verdient im Netz der Gäste. 

Die ersten 10 Minuten nach der Führung sahen wir weiterhin ein einseitiges Spiel. Die Vermutung lag nahe, dass es an diesem Abend eine klare Kiste werden könnte. Dachten wir! Die Nachwuchsabteilung aus Eindhoven fing sich recht zügig. Also fiel nach 10 Minuten Powerplay der Gäste in der 31. Minute der Ausgleich. Absehbar!

Bis zur Halbzeit hatte Venlo große Mühe, nicht in Rückstand zu geraten. Man merkte dem Team aus dem Grenzgebiet die Unsicherheit deutlich an. 


Halbzeit – Durchatmen 


Die zweite Halbzeit startet wie die erste. Venlo drückt und benötigt dieses Mal lediglich 2 Spielminuten nach Wiederanpfiff, um erneut in Führung zu gehen. 2:1, das Stadion steht Kopf. 

Die junge Riege des PSV denkt sich:

„Nicht mit uns!“.

Sofort reißen die Gäste wieder das Spiel an sich und so erscheint es nur logisch, dass in der 65. Minute der Ausgleich durch einen berechtigten Elfmeter fällt. 

5 Minuten später dreht sich die Partie erneut zu Gunsten der Hausherren. Powerplay von Venlo. Leider bleibt dieses unbelohnt und jeder Angriff scheitert entweder am Können des Eindhovener Schlussmannes oder an sich selbst. 



Die Tribüne steht mittlerweile. 90 Minute. Letzte Chance auf drei Punkte. 

Flanke - Kopfball - Tor. 3:2!!! Abpfiff! Das Stadion rastet aus! 



Wahnsinn! Und genau deswegen lieben wir Fußball! Genau deswegen fahren wir überhaupt dahin! Was für eine tolle Partie!

Sonntag, 28. Januar 2024

Nächstes Mal auf Asche - International - FC Eindhoven – MVV Maastricht

In Eindhoven scheint es uns zu gefallen. Also fuhren wir zum zweiten Mal in Folge, erneut an einem Freitagabend, in Richtung der südholländischen Großstadt. 


Diesmal sollte es allerdings kein Konzert werden. Das Jan Louwers Stadion wurde angepeilt. Der dort heimische FC Eindhoven trat in der zweiten Liga gegen den Gast aus Maastricht an. 

Der Eintrittspreis ist mit 15 € auch vertretbar, wenn man bedenkt, dass man genau in Höhe der Mittellinie auf der Gegengerade sitzt. Also beste Sicht auf den Gästeblock und das Kunstrasen-Spielfeld. Bier und Essen wurden nicht getestet, da uns das Bezahlsystem überforderte. Es gab aber definitiv Pommes-Spezial, denn in Überreste von diesen, hat sich einer von uns hineingesetzt.



Wie immer wurde man bis zum Spielbeginn mit ganz ganz hervorragendem Hardstyle-Techno „verwöhnt“. Diesmal in Dauerschleife: Outside World – Sunbeam. Wir wünschen uns wirklich sehr ein Stadion, in dem zu Beginn vor dem Spiel in beschriebener Reihung, nachfolgende Songs gespielt werden:


Kill your Idols – take it away from me

Berthold City – Moment of truth

7 Seconds – Young ’Til i die 


Danach ist die Welt sicher auch wieder in Ordnung! Wunschdenken….


Maastricht hatte einen beachtlichen Anhang für niederländische Verhältnisse am Start, der auch Minuten vor dem Spiel bereits mächtig Alarm machte. Der heimische Block -zwar kompakt- aber mit allem versorgt, was es für eine stimmungsvolle Partie braucht. 


Das Spiel:

Eindhoven kommt besser in die Partie. Aber aus jedem möglichen Schuss fabrizierte man lediglich ein Schüsschen. Keine wirkliche Gefahr für den Keeper. Die Gäste tun sich ähnlich schwer. Keine Paarung der Spitzenklasse, um ehrlich zu sein. Das scheint von so ziemlich allen bemerkt worden zu sein und mit der 25. Minute wird es recht ruhig unter den 2700 anwesenden Fußballfans. 


Halbzeit. Wir frieren. 


Die zweite Hälfte beginnt ähnlich wie die erste, mit leichten Vorteilen für die Heimelf. Aus einem Gestochere heraus machen die Gäste allerdings in der 50. Minute das 1:0. Dies scheint den Maastricht Kickern Auftrieb zu geben. Die Spielanteile liegen zwischenzeitlich deutlich bei dem Team aus der Universitätsstadt. In den letzten 10 Minuten fallen noch 2 weitere Tore und es steht 0:3 aus Sicht der Hausherren. Pünktlich zur 87.Minute pfeift der Schiri das Spiel ab…..hä? Sind doch noch 3 Minuten auf der Uhr. Trotzdem hauen so gut wie alle ab. Wir bleiben vorerst auf der Tribüne sitzen. Neben uns sitzt allerdings nach kurzer Zeit niemand mehr. Einzig die Gästefans stehen noch in ihrem Block und auf der Haupttribüne befinden sich noch 10–20 Zuschauer*innen und scheinen -wie wir- weiterhin über das frühe Ende verwundert zu sein. Irgendwann gehen - etwas unzufrieden - auch wir. Am Ausgang angekommen, treffen wir auf Franci. Ursprünglich Duisburg Fan, lebt in Eindhoven, reist dem FC Eindhoven hinterher, ist Deutsche. Franci erklärt uns, dass es bei den kleinsten Verfehlungen der Fans bereits zum Abbruch des Spiels kommen kann. Beim Torjubel flogen aus dem Gästeblock 3–4 Bierbecher in Richtung Feld. Das war der Grund für den verfrühten Abpfiff. Auf die Frage, ob die Mannschaften nochmal rauskommen würden, bekommen wir zur Antwort: „Nee, das sind noch 3 Minuten. Das lässt der Schiri jetzt so stehen. Holen wir doch sowieso nicht mehr auf.“

Uns wird klar: Obwohl die Becher aus dem Gästeblock kamen, ändert das nichts an der Wertung. Was würden wir in Deutschland Becher werfen zur 80. Minute. 


Angepfiffen wird trotzdem nochmal. Da ist bis auf die Maastricht Fans niemand mehr im Stadion und selbst die interessiert es nicht, wie sich die letzten 5 Minuten gestalten. Seltsam!


Mit jeder Menge Hardstyle Techno, die unser Fahrer uns aus purer Gehässigkeit um die Ohren ballert, geht es zurück nach Deutschland! 


Nächstes Mal auf Asche - Januar 2024 - Don’t believe the hype!

Montag, 22. Januar 2024

Auf die Ohren - Death Sells, Forbidden Wizards, Antillectual - "Café The Jack" Eindhoven

[English version below]

19.01.2024

Das "Café The Jack" in Eindhoven wäre für uns schon ohne stattfindendes Konzert ein einziges Highlight. Wenn man um sich sieht, findet man im gesamten Laden immer wieder kleine, versteckte Highlights. Lemmy als Jesus, Blechschild-Tourplakate, eine Energy-Drink-saufende Mona Lisa. Die Decke ist geschmückt mit allem möglichen Zeugs. Ein Fahrrad (welches zugegebenermaßen etwas aus der Reihe fiel) hängt dort ebenfalls kurz hinter der Eingangstür. Freundliches Barpersonal und eine Auswahl an gefühlt einer Million Biersorten aus aller Welt, runden den positiven Eindruck ab. Der Laden befindet sich übrigens auf der angenehmen Party-Meilen-Variante Eindhovens, welche sich unserer Ansicht nach, jederzeit für einen bierseligen Kurztrip eignet. 


Zu den Bands:

Opener an diesem Abend waren Death Sells. Wir können gar nicht beschreiben, wie unfassbar gut wir die Combo fanden. Eine Sängerin mit prägnanter Stimme, ein grimmig dreinblickender Bassist (das scheint allen in die Wiege gelegt worden zu sein), ein wahnsinniger Gitarrist (der während des Songs zu uns kommt, um mit uns anzustoßen) und ein hervorragender Drummer. 

Die niederländischen Musiker*innen machen irgendwas zwischen experimenteller Grunge-Musik und fantastischem Punk. Für uns das absolute Highlight des Abends. Was für eine grandiose Show Death Sells geboten haben!!! Falls ihr das lest: Kommt nach Deutschland!


Zweite Band im Dreier-Bunde waren Forbidden Wizards. Sich selbst beschreiben die drei Musiker*innen mit: We make Punk. 

Das ist durchaus zutreffend, aber vielleicht auch nicht die ganze Wahrheit. 

Wir klären auf:

1. Die niederländische Band beherrscht ihre Instrumente ganz fantastisch.

2. Wenn es eine Mischung aus: die schnellste Musik, die ich jemals gehört habe und Punk geben würde, dann heißt das Genre vermutlich: Forbidden Wizards Punk

3. Wir waren hier zwiegespalten, was die Begeisterung betraf. Von „ist mir zu anstrengend“ bis „Wahnsinn! Ich finde die grandios!" war alles dabei!. Fairerweise muss man sagen, dass das Publikum komplett aus dem Häuschen war. 

4. Zählt man zu der „ist mir zu anstrengend“ Fraktion, lohnt sich ein Besuch dennoch. Die Sängerin kann so ziemlich alle Grimassen schneiden, die ein menschliches Gesicht hergibt und kommt unglaublich charismatisch rüber.


Last but noch least: Antillectual.


Da muss man eigentlich nicht viel sagen. Über die Band wurde auch in Deutschland schon in diversen Magazinen berichtet. Seit 21 Jahren existiert die niederländische Combo bereits. Auftritte mit Rise Against, Bad Religion oder Ignite bescheinigen das Erwartete: Die drei Jungs machen das, was sie machen sollen. Astreinen Melodic Hardcore spielen. Dass die Band politisch zudem klar Position gegen rechte Umtriebe wie die niederländische rechtsextreme PVV bezieht, ist nicht nur „nett“, sondern gut, wichtig und lässt uns einmal mehr hinhören! Danke für euer Engagement!


Danke an alle drei Bands für einen wunderbaren Abend in Eindhoven!


[English version]:

"Café The Jack" Eindhoven - 19.01.2024 - Death Sells, Forbidden Wizards, Antillectual 


"Café The Jack" in Eindhoven would be a highlight for us even without a concert taking place. If you look around, you can always find small, hidden highlights throughout the shop. Lemmy as Jesus, tin plate tour posters, a Mona Lisa drinking energy drinks. The ceiling is decorated with all sorts of stuff. A bicycle (which was admittedly a little out of place) also hangs there just behind the entrance door. Friendly bar staff and a selection of what feels like a million types of beer from all over the world round complete the positive impression. Incidentally, the pub is located in the pleasant party mile area of Eindhoven, which - in our opinion - is always suitable for a short beer-fuelled trip. 


About the bands:

The openers that evening were Death Sells. We can't describe how unbelievably good we found the combo. A singer with a distinctive voice, a grim-looking bassist (they all seem to have been born with it), an insane guitarist (who comes up to us during the song to toast us) and an excellent drummer. The Dutch musicians play something between experimental grunge music and fantastic punk. The were absolute highlight of the evening for us. What a great show Death Sells put on!!! If you're reading this: Come to Germany!


The second band in the trio were Forbidden Wizards. The three musicians describe themselves as follows: We make punk. 

That's quite true, but perhaps not the whole truth. 

Let us clarify:

1. the Dutch band have a fantastic command of their instruments.

2. if there was a mixture of: the fastest music I've ever heard and punk, then the genre would probably be called: Forbidden Wizards Punk

3. we were split here in terms of enthusiasm. From "It's too exhausting for me" to "Awesome! I think they're marvellous!" we had everything in our group! To be fair, it has to be said that the audience was completely blown away. 

4. if you belong to the "it's too exhausting for me" faction, it's still worth a visit. The singer can make pretty much every grimace a human face can produce and comes across as incredibly charismatic.


Last but not least: Antillectual.

There's not really much to say. The band has already been reported on in various magazines in Germany. The Dutch combo has been around for 21 years. Gigs with Rise Against, Bad Religion or Ignite confirm the expected: the three guys do what they are supposed to do. Playing pure melodic hardcore. The fact that the band also takes a clear political stance against right-wing activities such as the Dutch far-right PVV is not just "nice", but good, important and makes us listen once again! Thank you for your commitment!


Thanks to all three bands for a wonderful evening in Eindhoven!

Sonntag, 21. Januar 2024

Nächstes mal auf Asche - Auf den Zahn gefühlt - Episode 20

Heute: Sebi - Massendefekt


So ziemlich jedem Menschen im Rheinland - welcher auf Punk’n Roll abfährt - ist die Band Massendefekt ein Begriff. Seit 23 Jahren tourt die Meerbusch-Düsseldorf Combo nun bereits über die Bühnen dieser Welt. Am 26.01.2024 erscheint ihr neues Album „Lass die Hunde warten“. Wir nutzten die Gelegenheit für einen kurzen Austausch mit Sänger Sebi Beyer. Vom Tanzen in Diskos (trotz des hohen Alters), über eine mögliche Hymne für ihren Lieblingsverein Fortuna Düsseldorf, bis hin zu einem positiven Mindset in düsteren Zeiten, ist alles dabei. Viel Spaß und herzlichen Dank an Sebi!


NMAA:

Hey Sebi und danke für deine Zeit! Am 26.01.24 erscheint euer neues Album „Lass die Hunde warten“. Ein markanter Titel! Was hat es damit auf sich?


Sebi:

Es bezieht sich auf das Sprichwort – Die Hunde warten schon – wo ja irgendwie immer ein Ende, ein Vorbei oder irgendwie Untergangsstimmung mitschwingt.

“egal wie Scheiße es momentan in der Welt oder Privat auch sein mag, „Lass die Hunde warten“, wird schon!“

Da wir aber immer positiv und mit Hoffnung durchs Leben gehen wollen und das auch meistens in unseren Songs ausdrücken, sagt der Titel, egal wie Scheiße es momentan in der Welt oder Privat auch sein mag, „Lass die Hunde warten“, wird schon!


NMAA:

Im Song „Pferdekotzen“ scheint es um eine Beziehung oder Freundschaft, die zu Bruch geht, zu gehen. Inspiriert durch eigene Erfahrungen oder was war der Antrieb?


Sebi:

Pferdekotzen ist einer von zwei Songs auf der Platte, die, das erste Mal, nicht alleine von uns geschrieben wurden.

Aber ich denke, jeder hat diesen einen Freund oder Partner, mit dem man viel erlebt hat und aus welchen Gründen auch immer, wird der Kontakt weniger und man lebt sich auseinander. Schade? Ja! Traurig? Auch! 

Aber so ist es halt und wer weiß, was passiert!

Man hat schon Pferde kotzen sehen.


NMAA:

Was heißt nicht alleine von euch geschrieben und welcher ist der andere Song?


Sebi:

Pferdekotzen lag schon seit Ewigkeiten bei Tim im Studio rum und wurde ursprünglich von ihm und Kotsche (Callejon) mal geschrieben. 

Tag am Meer ist eine Zusammenarbeit von Nico Fehlisch (Ex Rogers) und uns.


NMAA:

Wo wir gerade bei Songs sind: 

In einem Interview zu „Zurück ins Licht“ sagte Nico, es gäbe einen Song über Fortuna, wenn ihr einen Reim auf Fortuna gefunden habt. Ist es nun endlich soweit?


Sebi:

Den Reim suchen wir immer noch! 😉

Aber mal ernsthaft, dass Fortuna zumindest Nicos und mein Verein ist, steht außer Frage. 

“Aber wenn der Verein Bock drauf hat, gerne melden!“

Vielleicht kommt da ja wirklich irgendwann nochmal was, aber wir haben ja schon einige gute Songs hier über die Fortuna, wenn man mal Korsakow oder JayJay als Beispiel nennen will.

Aber wenn der Verein Bock drauf hat, gerne melden!


NMAA:

Wir bleiben noch beim Fußball. NMAA berichtet ja fast ausschließlich über den Amateurfußball. Wäre das nicht auch ein Weg für euch in Zeiten von Kommerz und Ausverkauf des Profifußballs?


Sebi:

Ich habe in meiner Jugend jahrelang selbst im Verein gespielt. Tura Büderich, der heute FC Büderich heißt. Ich verfolge das immer noch, wenn auch nicht so intensiv wie die Fortuna. 

“Wird Musik oder ein Song schlechter, nur weil derjenige, der ihn singt, evtl. kommerziell erfolgreicher ist?“

Kommerz hin oder her, wenn du deinen Verein hast, ist es halt dein Verein! Wird Musik oder ein Song schlechter, nur weil derjenige, der ihn singt, evtl. kommerziell erfolgreicher ist?


NMAA:

Zurück zur Musik: Gibt es auf dem Album einen Song, der euch besonders am Herzen liegt?


Sebi:

Normalerweise gibt es für mich auf jedem Album immer einen Song, mit dem ich nicht so ganz happy bin. Das ist dieses Mal nicht der Fall und ich tue mich schwer, da einen hervorzuheben. Von der Thematik her finde ich Sommerregen sehr schön, da er die immer noch zu wenig beachtete Krankheit Depression beinhaltet. 

“Von der Thematik her finde ich Sommerregen sehr schön, da er die immer noch zu wenig beachtete Krankheit Depression beinhaltet.“

Disko mag ich sehr, da er live ziemlich gut funktioniert und auch Zugvögel, da es damit anfing und das erste Riff war, welches wir für die Platte geschrieben haben.


NMAA:

Kommen wir auf „Disko“ zu sprechen. Wir bewegen uns alle mittlerweile zwischen 40 und 50 Jahren oder älter. Geht wirklich noch wer in die Disko? Ist nicht um spätestens 1h Schluss?


Sebi:

Es gibt durchaus noch Abende, wo man mal vor die Tür geht, um zu feiern. Es sind durchaus weniger geworden und ich weiß nicht, ob da jetzt eine Disko in dem Sinne eine Rolle spielt. 

“Wenn wir nach der Show nochmal heiß sind und losziehen, dann kann es auch mal ne Disko werden. Musik hält jung!“

Aber wenn, dann wäre ich wohl eher derjenige, der erstmal an der Bar steht und dann die letzten 10Minuten nutzt, um den Tanzpanther auf der Tanzfläche zu präsentieren.

Auf Tour ist das was anderes! Wenn wir nach der Show nochmal heiß sind und losziehen, dann kann es auch mal ne Disko werden. Musik hält jung!


NMAA:

Du hast zu Beginn des Interviews bezogen auf den Albumtitel gesagt: "Lass die Hunde warten, wird schon." Wenn man sich so in der Welt umblickt…in Deutschland und ganz Europa ist der Rechtsruck mittlerweile zum Alltag geworden, dazu noch Krieg, Klimakatastrophen usw. Wird es deiner Meinung nach wirklich wieder? Wie schöpft man Hoffnung in solchen Zeiten?


Sebi:

Ich weiß nicht, ich bin es einfach leid, pessimistisch in die Zukunft zu schauen und versuche, mit gesundem Optimismus nach vorne zu gehen.

“Besonders jüngere Menschen setzen sich ein und sind interessiert. Das finde ich ist schon eine Weiterentwicklung und lässt mich auch hoffen!“

Selbstverständlich sehe ich, was für eine Kacke gerade auf der Welt los ist, aber ich sehe auch einen großen Teil, wenn nicht sogar größeren Teil, der etwas unternimmt und sich einsetzt. Besonders jüngere Menschen setzen sich ein und sind interessiert. Das finde ich ist schon eine Weiterentwicklung und lässt mich auch hoffen!


NMAA:

Das ist ein schöner Schlusssatz. Die letzten Worte gehören dir. Teile, was du der Welt mitgeben möchtest!


Sebi:

Na dann würde ich gerne nochmal den Werbekoffer öffnen und allen die neue Platte und die Tour ans Herz legen. Würde mich sehr freuen, wenn wir uns live sehen, ihr die Platte kauft und wir diese dann gemeinsam feiern.

Ansonsten passt auf euch auf, bleibt gesund und baut keinen Scheiß!

Küsschen


Auf www.massendefekt.de könnt ihr die Platte ordern und die Tourdaten einsehen. In diesem Fall raten wir dazu, die Hunde nicht warten zu lassen, sondern bei Platte und Tickets zuzuschlagen. 


Hier gehts zur Single "Pferdekotzen"

Sonntag, 14. Januar 2024

Nächstes Mal auf Asche - International - RFC Lüttich – Patro Eisden Maasmechelen

Freitagabend ging es über die Grenze ins ca. 100km entfernte Lüttich. Im Gepäck -wie so häufig - unsere Freunde von Groundhoppeln. Nach einer kurzweiligen Fahrt mit Gesprächen über One-Night-Stands, dem Dauerzyklus und Hopping in Spanien (ihr wisst, unsere Besetzungen sind in der Regel sehr divers... fragt also lieber nicht nach näheren Details) erreichten wir das Stade de Rocourt vom RFC Lüttich. Der 3500 Zuschauer*innen fassende Ground lässt das Groundhopping-Herz höher schlagen. Eine klassische überdachte Stehtribüne, eine Sitzplatz-Haupttribüne, dazu noch 2 provisorisch errichtete Steh-Traversen und fertig ist der Ground. Abzüge gibt es für das künstliche Grün in der Mitte des Stadions. Da gehört unserer Ansicht nach ein echter Rasen rein!

Wir platzierten uns bei -2 Grad, 100% Luftfeuchtigkeit und 40 anderen Groundhopping-Interessierten auf der provisorisch errichteten Tribüne. Kurz darauf war auch schon Anpfiff. Der Gästeanhang aus Maasmechelen nebelte einmal kurz mit lila Rauch das gesamte Stadion ein, dann ging es aber auch wirklich los! 

Der Zweitligakick fast ausverkauft, zwei Fan-Szenen begleiten ihre Teams, melodische Fangesänge hüben wie drüben. Eigentlich perfekte Voraussetzungen für ein fantastisches Fußballspiel. Allerdings wollten die 22 Akteure auf dem Platz – neben der immer weiter zunehmenden Kälte – da nicht so richtig mitwirken. Kurzum: Das Spiel war ne Katastrophe. So gut wie keine Torraumszenen – ein Festival von Fehlpässen. Das Wetter mittlerweile: Polarkreis-ähnlich. Zum Halbzeitpfiff spüren wir unsere Zehen nur noch marginal. Zeit, um das kulinarische Angebot zu testen:


Fritten, Hot Dogs, Hamburger – üppige Portionen. Allerdings musste alles mit einer Bezahlkarte gekauft werden. Da waren 50% von uns aus Prinzip raus. 

Bier: Wir machen zwar einen trockenen Januar, können aber laut den Berichten unserer Begleitung die valide Aussage treffen: Das Jupiler ausm‘ Zapfhahn scheint sehr, sehr, seeeeeeehr kacke zu schmecken. 


Zweite Halbzeit und das Spiel nimmt Fahrt auf….ist natürlich Blödsinn – das Spiel dümpelt weiter vor sich hin. In der 60. Minute macht Lüttich allerdings durch einen sehenswerten Freistoß-Treffer das 1:0. Danach passierte nix mehr. 

Bevor wir Liège verließen, sollte es aber noch einen Abstecher zur Fritten-Bude geben. Nach ausgiebiger Diskussion, ob man die frittierten Köstlichkeiten nun in der Pommesbude oder lieber bei Minus-Temperaturen draußen isst, konnte sich die Volksfront von Jüdäa gegen die Judäische Volksfront durchsetzen. Es wurde drinnen gegessen und der Hinweis: „Die Klamotten können wir morgen wegwerfen!“ Gekonnt ignoriert. 


Was sollen wir sagen…wir hätten den Mist draußen in uns reinschaufeln sollen. Im Fritteusen-Mobil (ehemals Groundhopping-Mobil) ging es dann zurück ins Rheinland…hätten wir doch auf die Judäische Volksfront gehört…. 


Guten Start in die Woche ihr Mäuse!

Donnerstag, 11. Januar 2024

Nächstes mal auf Asche - Auf den Zahn gefühlt - Episode 19

Heute: Dennis - SVR Amigos - SV Rödinghausen 

Mitte Oktober regnete es in Strömen. Was kann man da besseres unternehmen, als eine Groundhopping-Tour ins ferne Rheda-Wiedenbrück? Richtig! Gar nichts! Am Ende landeten wir im Gästeblock, samt Anhängerschaft des SV Rödinghausen und jeder Menge Bier. Dabei trafen wir auf Dennis. Fanbeauftragter, Verfechter des Amateurfußballs und Mitglied der „SVR Amigos“. Dieser stand uns Rede und Antwort, obwohl es aus Eimern kübelte. Aber lest selbst:


NMAA:

Wir stehen hier gerade im Gästeblock von Rheda-Wiedenbrück und du bist der Vorsänger, oder?


Dennis:

Ich bin eigentlich der Fanbeauftragte und jemand, der alles so ein bisschen mit organisiert bei unserer kleinen Fanszene.


NMAA:

Fanbeauftragter heißt, du kümmerst dich um wie viele Personen?


Dennis:

Das ist überschaubar. Wir haben zwischen 10 und 50 Personen, die uns Auswärts begleiten. Die Leute reisen meist privat an, oder mit einem Bulli oder einem kleinen Bus. 

“Wir haben zwischen 10 und 50 Personen, die uns auswärts begleiten.“

Es geht primär darum, ein paar grundsätzliche Sachen zu regeln. Anmeldungen, Anreisen etc. 


NMAA:

Sind die Menschen denn wirklich ausnahmslos für den SV Rödinghausen da, oder gibt es da auch große Vereine, denen man folgt?


Dennis:

Klar. Alle haben schon irgendeinen Favoriten. Bielefeld, Schalke oder der Verein aus der Kindheit. Aber die Meisten kommen wirklich bei uns aus dem Dorf und unterstützen den Verein SV Rödinghausen schon mit entsprechendem Herzblut.


NMAA:

Du hast hier eben mit dem Megafon gestanden. Wie bist du dazu gekommen?


Dennis:

Ja….einer muss es ja machen(lacht). Das hat sich automatisch ergeben. Wir haben 1–2 Leute, die sich das Megafon schonmal schnappen und einer davon bin eben ich. Es dient ja wirklich nur dazu, dass man die Jungs ein bisschen unterstützen kann und man ein wenig Stimmung mit den paar Leuten hinbekommt.


NMAA:

Wir fanden, es war schon ein guter Auftritt. Klar seid ihr ein kleiner Haufen, aber 90 Minuten Support bei durchgehendem Dauerregen. Unseren Respekt habt ihr! Wie sieht denn der Traum mit dem SV Rödinghausen aus?


Dennis:

Mein persönlicher Traum ist: Wir bleiben da, wo wir gerade sind. Das reicht doch in der Regionalliga. 3 Liga ist zu viel für das kleine Dorf. Sportlich gesehen möchte man natürlich das Bestmögliche herausholen. Für Rödinghausen ist die Regionalliga am besten. 

“Klar wäre höher spielen immer schön, von mir aus kann es allerdings so bleiben.“

Das kann man handeln und es ist machbar, dass wir ein paar Leute auswärts dabei haben. Klar wäre höher spielen immer schön, von mir aus kann es allerdings so bleiben. Sollte es natürlich in die dritte Liga oder dergleichen gehen, nehmen wir das mit und testen es an. Aber so wie es ist, ist es doch super. Ne tolle Truppe und eine schöne, kleine eingeschworene Gemeinschaft, die viel Spaß hat. Das ist auch das Wichtigste!


NMAA:

Ist es vielleicht auch ein wenig eine Alternative zum modernen, kommerziellen Fußball? Wir stehen hier schon sehr Basis-nah, wenn man das so sagen darf.


Dennis:

Ob es jetzt für alle gilt, weiß ich nicht. Ich finde allerdings schon, dass es ein wichtiger Punkt ist. Bodenständig und näher dran. Alles nicht so abgehoben. 

“Man muss so ehrlich sein und sagen, dass selbst die vierte Liga entsprechend professionell arbeitet.“

Man muss so ehrlich sein und sagen, dass selbst die vierte Liga entsprechend professionell arbeitet. Aber insgesamt ist es ehrlicher. Wir wissen jedoch auch: Das Fußball-Geschäft -egal in welcher Liga- hat sich verändert.


NMAA:

Bist du von klein auf Rödinghausen Fan, oder hast du dort gespielt?


Dennis:

Ich bin selber kein gebürtiger Rödinghausener, wohne allerdings bereits lange dort. Irgendwann bin ich zum Kreisligaplatz gegangen. 3 Zuschauer, Regen, auf Ascheplätzen. Das war geil. So bin ich dabei geblieben und freue mich, dass es gewachsen ist. 

“Irgendwann bin ich zum Kreisligaplatz gegangen. 3 Zuschauer, Regen, auf Ascheplätzen. Das war geil.“

Wenn es wieder runter geht, sind wir selbstverständlich weiter dabei. Das ist eine Herzenssache!


NMAA:

Wir haben Mitte Oktober und ihr steht hier alle in Sombreros. Bei uns im Rheinland läge die Vermutung nah: Wir haben Karneval! Was hat es damit auf sich?


Dennis:

Ganz simple Sache. Eine große Imbisskette hatte „Los Wochos“. Das hat uns scheinbar inspiriert und so saßen wir plötzlich bei einem Heimspiel mit den Sombreros auf den Köpfen. Früher gab es auch den Wacholder Club in Rödinghausen. Das war die Generation, die gern Wacholder trinkt. Aus einer Bierlaune haben wir dann den Sombrero-Club gegründet. Da berichtete sogar die lokale Zeitung drüber, also sollte als Nächstes ein richtiger Name gefunden werden. 

“Aus einer Bierlaune haben wir dann den Sombrero-Club gegründet.“

SVR Amigos wurde es, lag ja nahe. Wir gehören nicht zur Ultraszene, sondern sind „Amigos“, die zum Fußball fahren. Im Sommer ist der Sombrero praktisch. Heute bei dem Regen vollkommen überflüssig(lacht). Aber das gehört nun mal als Markenzeichen seit über 10 Jahren zu unserer Fangruppe.


NMAA:

Ihr seid schon ein ganz schön bunt gemischter Haufen, wenn man sich euch anschaut.


Dennis:

Hier ist alles dabei. Jungs, Mädels. Von 20-85 Jahren. Wenn du Spaß an der Sache hast und nett bist, komm mit.


NMAA:

Wenn wir uns ein bisschen schlau über euch machen wollen, wie findet man euch? Gibt es eine Internetpräsenz?


Dennis:

Gebt „svr-amigos“ bei Google ein. Da existiert eine Jimdo-Seite von uns. Schaut gern vorbei!


NMAA:

Wir kommen zum Ende, denn der Ordnungsdienst möchte uns aus dem Stadion kehren. Das letzte Wort gehört immer dem interviewten Menschen. Schieß los! Was hast du noch zu sagen?


Dennis:

An alle Fußball-Fans: Geht zu den kleinen Vereinen. Seid friedlich, freundlich und habt Spaß!

Dienstag, 9. Januar 2024

Ausflugstipp - Ausstellung "Mythos und Moderne" - Ruhrmuseum

Ausflugstipp:

Mythos & Moderne: Fußball im Ruhrgebiet – Ruhr Museum auf Zeche Zollverein 

© Deutsches Fußballmuseum u. Ruhr Museum; Design: Uwe W. Landskron, K-werk Kommunikationsdesign; Foto: Marianne Müller/Horstmüller

Die Zeche Zollverein ist auch ohne Ausstellungen unserer Ansicht nach einen Besuch wert. Die alten Industrieanlagen versprühen beim Betreten des Geländes einen ganz besonderen Charme. Dazu kommen eine Menge irrer Illuminationen und schon hat man eigentlich eine perfekte Filmkulisse für den nächsten Science-Fiction-Blockbuster.

© NMAA 2024

Glücklicherweise gab es an diesem Wochenende aber noch die sehenswerte Ausstellung Mythos & Moderne: Fußball im Ruhrgebiet zu bestaunen. Für Fans von Borussia Dortmund, Schalke 04, dem VfL Bochum, Rot Weiß Essen, dem MSV Duisburg und Rot Weiß Oberhausen eigentlich Pflichtprogramm. Die o.g. Teams spielen in der Foto-Ausstellung die Hauptrollen. Derbys, Geschehnisse an der Seitenlinie, Entwicklung, Dramen, Triumphe. Alles spannend dokumentiert. 

© Fotoarchiv Ruhr Museum / Foto: Peter Kleu

Aber nicht nur der Profifußball wird beleuchtet oder in diesem Fall belichtet. Westfalia Herne, Frauen Fußball und eine beachtliche Bildersammlung an Asche-Plätzen, die es uns besonders angetan hat, gibt es zu bestaunen. 

© NMAA 2024

© Tobias Bärmann

Sehenswert sind ebenfalls die unzähligen Aufnahmen aus mehreren Dekaden Fanszene, sowie die Auseinandersetzung mit der Kommerzialisierung des Fußballs. 

Die Ausstellung geht noch bis zum 04.02.2024. Sofern ihr im Besitz einer Dauerkarte für euren Lieblingsverein seid, nehmt diese mit. Bei unserem Besuch gab es hierfür 3 € Rabatt auf den Eintritt.


An dieser Stelle möchten wir uns noch kurz für die Zusammenarbeit mit der Pressestelle des Ruhrmuseums bedanken, welche uns freundlicherweise die dargestellten Bilder zur Verfügung gestellt hat. 

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Nächstes Mal auf Asche - International - Schifflange 95 - Victoria Rosport

Am vergangenen Wochenende bescherte uns ein Ausflug nach Luxemburg den, beschämend vernachlässigten, Länderpunkt in der dortigen nationalen ...